Hand mit positivem SchwangerschaftstestFarina Kuklinski

Positiver Schwangerschaftstest – und jetzt?

Es war Oktoberfestzeit als Ela mir verkündete, dass sie schwanger ist. Auch mein Mann und ich hatten so ein Bauchgefühl. Eindeutiges Anzeichen für eine Schwangerschaft war das Ausbleiben der Periode. Ob der Schwangerschaftstest wohl wirklich positiv ausfallen würde?



Gründe für das Ausbleiben der Periode

Der Verdacht erhärtete sich. Ich war nicht gestresst und ernährte mich nicht schlecht. Eine Zeitumstellung musste ich schon wochenlang nicht mehr verkraften, was die Situation auch erklärt hätte.

Alle weiteren Eventualitäten ging ich vor meinem inneren Auge durch. Vom Übergang in die Wechseljahre bin ich ja noch weit entfernt 😉 und meine Schilddrüsen-Werte waren im Normbereich. Auch andere Erkrankungen, die für ein Durcheinander im Monatszyklus in Frage kommen, konnte ich ausschließen.

Ein Schuss, ein Treffer – das wäre ja zu verrückt. Also kauften wir einen Schwangerschaftstest. Diesmal war unser Babywunsch ganz präsent. Vor einigen Jahren habe ich schon mal einen Test gemacht. Damals dachte ich mir:  Muss jetzt noch nicht sein.

Jetzt, in diesem Moment, fieberte ich einem positiven Ergebnis entgegen. Ich malte mir aus, wie schön es wäre schwanger zu sein. Mit Ela diese intensive Erfahrung zu teilen, heizte meine Vorfreude weiter an. Ein Schwangerschaftstest musste her. Am besten sogar zwei.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass sich zeitgleich weitere Freundinnen von uns mit dem Kauf eines Tests beschäftigten.



Der positive Schwangerschaftstest

Ein Schwangerschaftstest aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke ist wohl die simpelste Methode, um herauszufinden, ob man schwanger ist. Das Hormon Human Chorion Gonadotropin (HCG) wird am besten im Morgenurin gemessen. Wer nachts nicht auf Toilette und somit ein paar Stunden lang nicht Pipi machen war, hat eine erhöhte Konzentration des HCG im Urin.

Beim Schwangerschaftstest ist Geduld gefragt. Wer nicht lange genug wartet, riskiert, dass die Nachweisgrenze des Hormons im Urin noch nicht erreicht ist.  Zuverlässig getestet werden kann nach dem Ausbleiben der Regelblutung. Laut Herstellerangaben liegen die Urintests zu 99 Prozent richtig.

Frühtests können bereits etwas früher, bis zu vier Tage vor Ausbleiben der Regelblutung, durchgeführt werden. Sie sind jedoch nicht ganz so zuverlässig.

Im Blut kann das HCG noch früher nachgewiesen werden. Sieben bis neun Tage nach Befruchtung, also eine Woche vor dem Ausbleiben der Periode. Allerdings ist hier ein Pikser notwendig.



Schwangerschaftshormon HCG

Die Produktion des Hormons sichert die Schwangerschaft. Die Herstellung des HCG beginnt, sobald sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat.

Bei mir habe ich damals den für mich richtigen Zeitpunkt gewählt um den Test zu machen. Zuhause, in Ruhe mit dem Göttergatten. Wer schwanger werden will und auf dem Test „Du bist schwanger“ abliest, wird dieses Gefühl nie wieder vergessen – wirklich zauberhaft.

Dieses Ergebnis verändert unser ganzes Leben – das war klar.

Nur die Tragweite war uns noch nicht bewusst. 😉

Voller Euphorie griff ich zum Handy und rief meine Frauenärztin an. Die Arzthelferin am anderen Ende hatte, diese für mich weltverändernde Nachricht, wohl schon öfter gehört. Sie fragte mich nach dem ersten Tag der letzten Periode. Wie unromantisch, dachte ich. Damit kann die Schwangerschaftswoche berechnet werden, erklärte sie.

Ich erhielt einen Termin in der siebten Schwangerschaftswoche. Dann ist schon der Herzschlag des Embryos im Ultraschall zu erkennen, freute ich mich. Das Herz eines Babys beginnt ab dem 22. Tag, also in der 5. SSW, zu schlagen. Die Erstuntersuchung nach positiven Schwangerschaftstest sollte zeitnah stattfinden.

Für mich fühlte sich das Warten wie eine Ewigkeit an. Welch Glück, dass ich Ärztin bin. Ich konnte selbst mit dem Ultraschallgerät in meinen Bauch kucken. Der Herzschlag ist nämlich schon ab der 6. Woche SSW im Ultraschall zu sehen. Ich weiß noch wie heute, wie aufgeregt ich war, als ich das kleine „Pünktchen“ entdeckt habe: Magisch.

Das Medizinstudium hat sich definitiv gelohnt. War ganz schön cool, die Erste zu sein. Ganz alleine konnte ich den ersten Blick auf unsere Tochter erhaschen.



Das erwartet dich beim ersten Frauenarzt-Termin

Meine Frauenärztin stellte beim ersten Vorsorgetermin den „Sitz“ der Schwangerschaft fest. Alles war gut soweit und ich bekam gerade den Mutterpass überreicht, als ich hinter mir eine bekannte Stimme vernahm.

Eine Freundin hier beim Arzt, dass hatte mir gerade noch gefehlt. Es war zwar alles bestens, aber die Schwangerschaft wollte ich erst einmal für mich behalten. Pustekuchen. Sie erwischte mich in flagranti mit dem Mutterpass und ich konnte die frohe Nachricht nicht vor ihr verheimlichen. Die gute Nachricht – sie war selbst in der neunten Woche schwanger. Wahnsinn, noch ein Babybauch.

Eines war uns beiden klar – wir wollten direkt Ela von unserem Glück erzählen. Viele Frauen halten ihre Schwangerschaft für drei Monate und länger für sich, da in dieser Zeit ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt besteht.

Von Ela erfuhren wir, dass nach einem positiven Schwangerschaftstest neben einem Frauenarzt-Termin auch die frühzeitige Suche nach einer Hebamme sinnvoll ist. Leider gibt es viel zu wenig von Hebammen.

Statt feucht-fröhlichen Mädelsabenden mit viel Lachen und Tanzbein schwingen, begann ein noch bewegenderes Abenteuer mit durchwachten Nächten.

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